10.06.2018 | Fraktion

Kein Hausärztemangel in Hiddenhausen

Im Jahr 2030 wird es im Kreis Herford rund 70.000 Menschen geben, die älter als 65 Jahre alt sind. Die Gesellschaft altert – im Jahr 2014 waren es noch 54.000 Menschen.

Der Bedarf an Versorgung steigt, die Hausärzte werden dagegen immer weniger. Nur 10 Prozent der in NRW ausgebildeten rund 2000 Ärzte werden Allgemeinmediziner, heißt es. Im Kreis Herford gibt es in einigen Städten und Gemeinden bereits jetzt Praxen, die überfüllt sind und keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Das Problem wird sich in Zukunft noch verschärfen, da viele Ärzte im Rentenalter sind und keine Nachfolger finden.
Jüngst hat das Gesundheitsministeriums NRW zum Hausärztemangel in NRW dargestellt, dass im Herbst 2017 bereits 574 Hausarztsitze in NRW komplett unbesetzt waren. Ursache hierfür sei, dass sich die Zahl der Hausärzte, die aus dem Berufsleben ausscheiden, seit 2006 um fast 80 Prozent auf 457 erhöht habe und die Zahl der neu zugelassenen Hausärzte nicht einmal halb so hoch sei. Je nach Region in NRW falle die Situation unterschiedlich dramatisch aus.

Diese Zustandsbeschreibung war aktuell für die SPD Hiddenhausen Veranlassung, die Thematik der hausärztlichen Versorgung für Hiddenhausen in einer Ratssitzung aufzugreifen und einen Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung hierzu zu hören. In gleicher Weise wurde der Hausärztemangel im Kreis Herford mit Hilfe einer „Kleinen Anfrage“ der hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück und Christian Dahm auf Tagesordnung gesetzt.
In der Antwort der NRW-Landesregierung wird richtigerweise darauf verwiesen, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen grundsätzlich den gesetzlichen Sicherstellungsauftrag für die ambulante vertragsärztliche Versorgung gemäß § 75 SGB V inne haben. Sie haben gemäß § 105 Abs. 1 Satz 1 SGB V alle geeigneten finanziellen und sonstigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung zu gewährleisten, zu verbessern und zu fördern.
Durch den – zum Teil noch bevorstehenden – personellen Übergang in 2 Arztpraxen  kann aber für Hiddenhausen das Fazit gezogen werden, dass in unserer Gemeinde eine gute hausärztliche Versorgung besteht und die Altersstruktur dabei keinen Anlass für übermäßige Zukunftssorgen bietet.

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