Von den Grünen bis zur UWG: Wie die Hiddenhauser Fraktionen das Internet nutzen
VON FRANZISKA WERNER
Hiddenhausen. Nirgendwo sonst treffen Parteien auf soviel Interesse an ihrer Arbeit wie im Internet. Doch im Vergleich zeigt sich, dass es bei den Politikern in Hiddenhausen Unterschiede im Umgang mit dem Medium gibt. Mehr und mehr beginnen die Web-Verantwortlichen, die Plattform Facebook zu entdecken.
Wer heute Informationen zu einem bestimmten Thema benötigt, sucht zuerst im Internet. So überrascht es nicht, dass Google zu jeder in der Großgemeinde vertretenen Partei einen Treffer ausspuckt. „Die Zeit erfordert es, dass wir dabei sind. Junge Leute orientieren sich heute im Internet“, sagt Karl-Heinz Heibrock, Gemeindeverbands-Vorsitzender der SPD. Eine Untersuchung des Allensbacher Institutes gibt ihm Recht: 2011 fand es heraus, dass 26 Prozent aller Deutschen über 16 Jahre das Internet mindestens einmal im Monat nutzen, um sich über Politik zu informieren.
Rund 10.000 Zugriffe verzeichnen die Hiddenhauser Sozialdemokraten monatlich auf ihrer Seite. Jedes Mitglied aus jedem Ortsverein kann theoretisch Inhalte online stellen und bearbeiten. „Insbesondere unsere Genossen aus Schweicheln sind da sehr vorbildlich“, lobt Heibrock. Die Hiddenhauser Sozialdemokraten verfügen über eine eigene Facebook-Fanseite und irgendwann haben sie sich auch mal einen Youtube-Kanal zugelegt. Nur Videos gibt es bisher keine dort.
Kein Video, aber eine Animation begrüßt die Besucher auf der Webseite der Grünen. Sie setzt die Rats- und andere wichtige Parteimitglieder künstlerisch in Szene. Verantwortlich für den Inhalt ist Andrew Wendt. Der Familienvater betreut die Webseite im Alleingang nach Feierabend. Oft wendet er dafür mehrere Stunden im Monat auf: „Wichtig ist mir vor allem, dass das, was auf der Seite steht, einen lokalen Bezug hat“. Dass sie in der Gemeinde noch viel vorhaben, zeigen die Grünen ihren Besuchern unter dem Punkt „Ziele“. Der Erhalt der Gesamtschule und der Werreauen stehen ganz oben auf der Liste.
Früher bekam der stellvertretende Bürgermeister und Webmaster der CDU, Erwin Steffen, häufig Anfragen per E-Mail zu Themen aus dem Rathaus. „Mittlerweile ist der Trend ganz klar zu Facebook-Nachrichten übergegangen “, stellt er fest. „Wenn wichtige Ereignisse, wie die Versteigerung des Rathausplatzes anstehen, bringen wir unsere Webseite sofort auf den neuesten Stand“, betont er.
Etwas blass neben den anderen politischen Webseiten erscheinen die Internet-Auftritte der FDP und der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG). Die Ortsverbands-Seite der Liberalen lässt Aktualität vermissen, bietet Nutzern aber die Möglichkeit, über ein interaktives Fenster direkt mit der Partei in Kontakt zu treten. „Unsere Seite wird ausschließlich durch unseren Kreisverband betreut“, sagt die Fraktionsvorsitzende Sarah Heitkemper. Die Unabhängigen Wähler pflegen zwar ausgiebig ihren Pressespiegel, verhalten sich ansonsten aber eher still im Netz.
© 2012 Neue Westfälische
Freitag 20. Januar 2012
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