SPD-Gemeindeverband Hiddenhausen
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Im Füllenbruch auf Tuchfühlung mit der Natur

Unsere Ortsvereine Lippinghausen, Oetinghausen und Sundern luden zu einer Wanderung durch das Füllenbruch mit fachkundiger Begleitung. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Biologischen Station Ravensberg Anna Brennemann gab Einblicke in ihre Arbeit für das Naturschutzgebiet zwischen den drei Dörfern.
Schon vor Beginn der Wanderung stellten sich bereits erste Fragen: Wer hat denn die Sträucher und Bäume gefällt? Warum darf der Landwirt im Naturschutzgebiet mähen? Und damit alle nicht nur den Naturschutz durchblickten sondern auch die Natur nah sichten konnten, gab es für jeden ein Fernglas, dass die Biologische Station zur Verfügung stellte. Also beste Voraussetzung für eine interessante Begegnung mit der Natur.
Anna Brennemann startete mit der Entstehung des Areals, dass seit 1996 auf einer Fläche von 138 ha unter Naturschutz steht und durch deren Mitte der Düsedieksbach läuft. So sind im Laufe der Jahre durch Rodung des Bruchwaldes artenreiche Feuchtwiesen, kleine Waldgebiete, Röhrichtbestände, Hochstauden und Teiche entstanden. Landwirte betreiben hier eine extensive Bewirtschaftung, wovon Flora und Fauna besonders profitieren. Die Landwirte bekommen hierfür Ausgleichszahlungen vom Kreis Herford und halten sich im Gegenzug an begrenzte Bewirtschaftungszeiten und verzichten auf den Einsatz von Düngemitteln. Sie werden dabei von der Biologischen Station Ravensberg beraten und begleitet. Viele Singvögel finden hier Brutstätten und Nahrung. Seit Jahren brütet im Füllenbruch der bodenbrütende Greifvogel, die Rohrweihe. Kiebitze und Weißstörche mögen die offene Landschaft. Meisen und Buntspechte finden in den zahlreichen Gehölzen gute Nistbedingungen.
„Damit die Teichlandschaften erhalten bleiben, ein Zuhause für zahlreiche Amphibien und Wasservögel, haben wir im Verbund mit anderen Naturschutzorganisationen im letzten Jahr eine große Rodungsaktion unternommen.“, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Leider müssen wir immer wieder für Abgrenzungen sorgen, damit Besucher*innen auf den Wegen bleiben, um den Lebensraum von Tier- und Pflanzenwelt zu schützen.“ So war auch ein besonderes Highlight die Wanderung einiger kleiner Erdkröten über den Radweg der Kleinbahntrasse. Wenn man sie erst wahrgenommen hatte, musste man schon sehr vorsichtig über den Fuß- und Radweg balancieren.
Entlang der Ziegelstraße stehen zahlreiche Kopfweiden, die in regelmäßigen Abständen zurückgeschnitten werden. „Leider“, so Brennemann, „machen sich im gesamten Füllenbruch Pflanzenarten breit, die nicht in unsere Landschaft gehören und heimische Pflanzen verdrängen. Hier gilt es die befallenen Flächen immer wieder zu beschneiden bzw. zu befreien.“
Auf den letzten Metern der zweistündigen Begehung zeigte uns die Biologin noch eine im letzten Jahr angelegte Obstwiese mit alten und regionalen Obstsorten in Lippinghausen.
Eine interessante und lehrreiche Erkundung der Natur vor unserer Haustür, so das Fazit dieser Veranstaltung. Wichtig auch mit offenen Augen, Respekt und Abstand der Natur zu begegnen und zu achten. Einig waren sich am Ende Alle: das war nicht die letzte Wanderung durch das Füllenbruch!